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Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette
 
Mitteilung (Update 20/07/2021)


Aktuelle Überschwemmungen

  Allgemeine Informationen

Neben den direkten materiellen und menschlichen Verlusten ziehen Überschwemmungen auch andere weitreichende Folgen für die betroffenen Unternehmen in der Nahrungsmittelkette nach sich. Die Risiken, die mit dem Verzehr von Erzeugnissen aus überfluteten Gebieten durch Mensch oder Tier verbunden sind, müssen von Fall zu Fall bewertet werden. Die diversen chemischen und (mikro)biologischen Verunreinigungen, die mit Überschwemmungen einhergehen, können von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Die Anbieter müssen diese potentiellen Verunreinigungen im Rahmen ihrer Eigenkontrolle beurteilen und erforderlichenfalls Maßnahmen treffen.

Im Rahmen ihres Eigenkontrollsystems müssen die Anbieter die möglichen Auswirkungen des Unwetters auf das Wasser, das sie für ihre Pflanzen oder Tiere verwenden, berücksichtigen. Denn Überschwemmungen können die Qualität von Wasserquellen, die für die eigene Trinkwassergewinnung genutzt werden, langfristig beeinträchtigen. So können Wasserbrunnen beispielsweise durch außerordentliche Zuflüsse von Krankheitserregern oder Kontaminanten verunreinigt werden. Daher wird derzeit davon abgeraten, in den Überschwemmungsgebieten Wasser aus Trinkwasserbrunnen und Regenwasserzisternen zu verwenden. Durch Analysen können Sie überprüfen, ob das Wasser für die Verwendung als Trinkwasser sicher ist. Die Desinfektion des internen Rohrnetzes kann sich als erforderlich erweisen.

Bei großflächigen Überschwemmungen ist die Trinkwasserversorgung durch Trinkwasserwerke in bestimmten Regionen aufgrund von Stromausfällen, Rohrbrüchen oder Verunreinigungen der Wassereinzugsgebiete gefährdet. Auswirkungen auf Regionen, die nicht überflutet wurden, sind auch möglich. Das Trinkwasserwerk Ihrer Region kann Ihnen hierzu mehr Informationen geben.

Informationen für die Pflanzenproduktion

Da Pflanzenerzeugnisse während einer Überschwemmung mit Wasser aus sehr unterschiedlichen Quellen in Berührung kommen können (z.B. nicht allein Regenwasser, sondern auch Abwässer aus der Kanalisation, Wasser, das durch übergelaufene Heizöltanks verunreinigt wurde, abfließendes Wasser aus städtischen Regionen oder Industriegebieten), gelten die folgenden allgemeinen Empfehlungen:

Kommt der essbare Teil von Gemüse und Obst unmittelbar vor der Ernte einer Kultur (bis zu 2 Wochen) direkt mit Überschwemmungswasser in Kontakt, wird angeraten, die für den rohen Verzehr bestimmten Erzeugnisse zu vernichten. Bei einer später erfolgenden Ernte und nicht verzehrfertigen Pflanzenerzeugnissen wird dazu angehalten, ein zusätzliches Monitoring vorzunehmen.

Nutzer von überfluteten landwirtschaftlichen Flächen sowie in der verarbeitenden Industrie und im Lebensmittelhandel tätige Verantwortliche, die von den Überschwemmungen betroffen sind, müssen verstärkt auf gute Arbeitspraktiken achten, wie die Einhaltung der Wartezeiten vor dem Ernten oder die Qualitätskontrolle des für die Bewässerung verwendeten Wassers, bevor landwirtschaftliche Flächen wieder genutzt werden, die Überwachung der Qualität und Hygiene von geernteten Erzeugnisse, die für die weitere Verarbeitung angeliefert werden usw.

Informationen für Viehalter

Infolge der katastrophalen Wetterverhältnisse der letzten Tage stehen manche Rinder-, Schafbestände usw. auf überfluteten Weiden oder in überschwemmten Ställen.

Unter Berücksichtigung des Gesundheitsstatus des „Gastbestandes“ und des „empfangenden“ Bestandes ist es ausnahmsweise erlaubt:

  • einen Bestand, der sich aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse in einer Notsituation befindet (überschwemmte Weide oder überfluteter Stall), zu den Einrichtungen eines anderen landwirtschaftlichen Betriebs mit demselben Gesundheitsstatus zu verbringen, ohne die Tiere dabei untereinander zu mischen;
  • der Halter bestätigt durch eine eidesstattliche Erklärung, dass er sich in einer oben beschriebenen Notlage befindet und dass er sich dazu verpflichtet, die Übereinstimmung des Gesundheitsstatus zu beachten und seinen Bestand nicht mit dem des Halters, der seinen Bestand empfangen hat, zu mischen.

Weitere Informationen zu Risiken im Zusammenhang mit Überschwemmungen: Gutachten 25-2013 des Wissenschaftlichen Ausschusses (PDF).

Bei Fragen können Sie sich gerne an Ihre Lokale Kontrolleinheit wenden: https://www.favv-afsca.be/berufssektoren/kontakt/lke/.

Unsere Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass alle Akteure der Kette den Verbrauchern und einander bestmöglich garantieren, dass die Lebensmittel, Tiere, Pflanzen und Erzeugnisse, die sie verzehren, halten oder verwenden, zuverlässig, sicher und geschützt sind, jetzt und auch in Zukunft. .

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