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Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette
 
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Lebensmittelspenden: Eine mögliche Lösung für die Lebensmittelverschwendung



  Es ist sicherlich nicht verboten, Lebensmittel zu spenden, ganz im Gegenteil! Sehr häufig merken Unternehmen, dass sie während des Produktionsverfahrens oder des Verkaufs mit Lebensmittelüberschüssen konfrontiert sind. Diese Lebensmittel werden oft vernichtet oder weggeworfen, obwohl sie manchmal noch vollkommen bedenkenlos verzehrt werden können. Obwohl der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und -verluste nicht zu den Kernaufgaben der FASNK gehört, setzen wir uns dennoch gerne dafür ein. Die FASNK unterstützt Initiativen, deren Ziel darin besteht, das Problem der Lebensmittelüberschüsse anzugehen, da wir der Überzeugung sind, dass es im Interesse aller liegt, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Eine einzige Bedingung ist dabei von Belang: Die Nahrungsmittelsicherheit muss gewährleistet sein!
   
  Für die FASNK ist klar: Jeder hat das Recht auf sichere Nahrung. Verbraucher, aber auch Personen, denen Lebensmittelspenden zugutekommen, müssen die Gewissheit haben, dass der Verzehr der Produkte, die auf ihrem Teller landen, sicher ist! Es ist offensichtlich, dass die FASNK nur dafür Sorge tragen kann, wenn sie die Unternehmen und Organisationen, die mit Lebensmitteln arbeiten, kennt.
   
  Neben diesem Kontrollauftrag ist die FASNK sehr aktiv im Bereich der Sensibilisierung und der Schulung von Unternehmen. Jedes Jahr organisieren wir - über unseren Beratungsdienst - zahlreiche Schulungs-, Informations- oder Sensibilisierungsveranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen, darunter auch Unternehmen, die sich im Bereich der Lebensmittelspenden engagieren. Die meisten Schulungen werden übrigens vollständig auf die Bedürfnisse der Organisation zugeschnitten. Hier finden Sie weitere Informationen dazu, welche Schulungen bevorstehen und wie Sie unsere Betreuer kontaktieren können: http://www.afsca.be/cva/formation/



Ich möchte gerne Lebensmittel spenden, wo muss ich anfangen?

  Es ist nicht der Sinn der Sache, dass die Arbeit von karitativen Vereinigungen durch die Rechtsvorschriften behindert wird, aber es gibt einige wichtige Regeln, die es einzuhalten gilt. Diese sind erforderlich, um die Sicherheit der Lebensmittel, die Sie spenden, zu garantieren, vor allem wenn sie für anfällige Gruppen wie Kinder, ältere Personen, schwangere Frauen usw. bestimmt sind.
   
  Wenn Sie sich dazu entschließen, Lebensmittel zu spenden, ist es wichtig, zwischen den Tätigkeiten, die in die Privatsphäre fallen, und jenen, die nicht dazu zählen und für die Sie bei der FASNK gemeldet sein müssen, zu unterscheiden.


Welche Tätigkeiten fallen in die Privatsphäre?

  Bleibt eine Portion übrig, wenn Sie bei sich zu Hause gekocht haben, können Sie diese einer anderen Privatperson geben. Sie geben diese Speise mit den besten Absichten und in der Hoffnung ab, damit anderen Personen zu helfen. Tun Sie dies höchstens fünfmal pro Jahr (für eine Gesamtdauer von 10 Tagen), müssen Sie sich weder bei der FASNK registrieren noch über eine spezifische Genehmigung verfügen. Diese Art der Tätigkeit wird folglich nicht von der Agentur kontrolliert, außer im Falle einer Beschwerde.
   
  Um dies klarzustellen: Es geht nicht um die Mahlzeit, die Sie jede Woche zubereiten, um Ihrem älteren Nachbarn unter die Arme zu greifen, oder die zusätzliche Portion Spaghettisoße, die Sie für Ihre Eltern kochen, sondern um das bewusste Weggeben von Speisen oder Resten an andere Privatpersonen, die nicht zu Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis zählen.
   
  Ob Sie nun selbst die Mahlzeit verzehren oder eine überschüssige Portion davon weggeben: Sie sollten sich immer an die Hygieneregeln halten, wenn Sie mit Lebensmitteln arbeiten! Verrichten Sie die Arbeitsschritte in einer sauberen Umgebung, verwenden Sie saubere Geräte, lassen Sie Haustiere nicht in Ihre Küche, achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum der Zutaten und vergessen Sie nicht, die Allergene aufzuschreiben, die Ihre zubereitete Speise enthalten kann.
   
  Wir unterstützen gerne diese Art von Initiativen und übernehmen eine sensibilisierende Funktion, um zu einem gemeinsamen Ziel beizutragen: die Lebensmittelverschwendung verringern, indem Lebensmittelüberschüssen abgeholfen wird und indem man sich gegenseitig versucht zu helfen, ohne dabei die Sicherheit außer Acht zu lassen.


Wann müssen Sie Ihre Tätigkeit bei der Nahrungsmittelagentur registrieren?

  Sie müssen bei der FASNK gemeldet sein, wenn Sie nicht nur Ihre eigenen Reste spenden, sondern auch Überschüsse von Bäckereien, Metzgereien, Horeca-Betrieben, Supermärkten usw. einsammeln, um diese zu verteilen. Sobald Sie regelmäßig und bewusst Speisen mit dem Ziel zubereiten, diese zu verteilen, müssen Sie diese Tätigkeit zwingend anmelden.

 

Wie muss ich meine Tätigkeit registrieren?

  Zuerst müssen Sie oder Ihre Organisation bei der Zentralen Datenbank der Unternehmen (ZDU) registriert sein. Sie erhalten dann eine Unternehmensnummer und eine Niederlassungseinheitsnummer, welche Sie für die Beantragung der Registrierung/Genehmigung bei der FASNK benötigen.
   
  Um sich bei der FASNK anzumelden, genügt es, das auf der Website der Agentur verfügbare Antragsformular auszufüllen.
   
  Dieses Formular muss vervollständigt werden und an die Lokale Kontrolleinheit der Provinz, in der die Tätigkeit ausgeübt werden wird, gesendet werden. Sie finden hier eine Übersicht der LKEs und ihrer Kontaktdaten.
   
 

Wussten Sie, dass Sie von der jährlichen Abgabe an die FASNK befreit sind, wenn Sie die folgenden drei Bedingungen erfüllen?

1. Ihre Rechtsform ist die einer VoG.
2. Sie arbeiten ausschließlich an humanitären oder karitativen Projekten.
3. Sie arbeiten ausschließlich mit Freiwilligen.


Welche Regeln müssen beachtet werden, um Lebensmittel sicher zu spenden?

  Sobald Sie die Genehmigung vonseiten der FASNK erhalten haben, können Sie mit Ihren Tätigkeiten beginnen. Wie bei allen anderen Unternehmen werden wir regelmäßig Kontrollen durchführen, um zu überprüfen, ob die Nahrungsmittelsicherheit für den Verbraucher gewährleistet ist.
   
  Die Hygieneregeln sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Diese Rechtsvorschriften sind überwiegend auf europäischer Ebene festgelegt und sollen die hygienische Produktion und Verteilung von Lebensmitteln sicherstellen.
   
  Wir verstehen, dass diese Vorschriften mitunter sehr kompliziert sind, vor allem wenn Sie ein junges Unternehmen sind. Um diese Rechtsvorschriften besser begreifen zu können, hat die Nahrungsmittelagentur ein Handbuch ausgearbeitet, welches Sie kostenfrei auf unserer Website herunterladen können. In unseren Checklisten ist darüber hinaus genau angegeben, was unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen während eines Besuchs kontrollieren.
   


Die FASNK gewährt karitativen Vereinigungen eine Reihe von Lockerungen!

  Um zu vermeiden, dass die administrativen Verpflichtungen die Arbeit von Lebensmittelbanken und anderen karitativen Vereinigungen behindern, zeigt sich die FASNK bei diesen Organisationen besonders flexibel. So wurden angepasste Richtlinien speziell für Lebensmittelbanken und karitative Vereinigungen ausgearbeitet, damit sie Lebensmittel auf sichere Weise verteilen und zugleich die Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum beschränken können.
   
  Einige Beispiele:
 
  • In bestimmten Fällen können Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht oder abgelaufen ist, noch an Verbraucher verteilt werden, ohne dass ein Risiko für die Volksgesundheit besteht. Die FASNK gibt ein paar Richtlinien vor, um zu beurteilen, ob die karitativen Vereinigungen diese Produkte noch verteilen können.
  • Eine fortlaufende Aktualisierung der Daten zur Rückverfolgbarkeit der Produkte ist unabdingbar, um im Falle eines Lebensmittelvorfalls rasch handeln zu können. Für karitative Vereinigungen gelten Lockerungen in Bezug auf diese Rückverfolgbarkeit. Dies bedeutet, dass diese Organisationen nur eine Liste mit den Partnereinrichtungen, von denen die Produkte stammen, aufbewahren müssen. Da sie den Verbraucher direkt beliefern, müssen sie auch keine Liste über die ausgehenden Produkte führen.
  • Karitative Vereinigungen haben auch die Möglichkeit, unter Beachtung bestimmter Bedingungen vorverpackte Lebensmittel einzufrieren. Die Lebensmittel können übrigens bis zum Tag des Verfallsdatums eingefroren werden. Die Produkte müssen jedoch mit einem Einfrierdatum versehen werden.
  • ...
   
  Alle Lockerungen für Lebensmittelbanken und karitative Vereinigungen finden Sie in dem „Rundschreiben über die für Lebensmittelbanken und karitative
Vereinigungen geltenden Bestimmungen“
, welches hier verfügbar ist.


Die FASNK tritt in einen Dialog mit den karitativen Vereinigungen und geht auf ihre Bedürfnisse ein

  2019 hat die FASNK ein Projekt mit dem Titel „Assises de la sécurité alimentaire“ (Tagung zur Nahrungsmittelsicherheit) ins Leben gerufen, im Rahmen dessen wir alle im Bereich der Lebensmittelspenden tätigen Akteure angehört haben (nicht nur die Lebensmittelbanken und karitativen Vereinigungen selbst, sondern auch die Sektoren, die die Unternehmen vertreten, die Vertreter von Verbraucherorganisationen usw.). So konnten wir uns ein Bild davon machen, mit welchen Schwierigkeiten und Missverständnissen sie vor Ort konfrontiert sind.
   
  Zur Ermittlung aller Schwierigkeiten wurde ein Fragebogen für das Projekt erstellt. Alle Beteiligten sind anschließend zusammengekommen.
   
  Während der Debatte lag der Schwerpunkt auf der Hilfe, die den Bedürftigsten zukommt, und dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Offene/solidarische Kühlschränke, die Etikettierung von gespendeten Lebensmitteln und die Verteilung von Mahlzeiten durch Freiwillige waren Themen, die unter anderem angesprochen wurden.
   
  Comeos, Fevia, der Verband der Lebensmittelbanken (Fédération des banques alimentaires), soziale Lebensmittelgeschäfte, soziale Restaurants und Vereinigungen, die Armut bekämpfen, sowie die föderalen Behörden und die drei Regionen haben ihre Kräfte vereint, um einen gemeinsamen Aufruf an alle Niederlassungen zur Vermeidung jeglicher Lebensmittelverschwendung zu starten. Die Initiative „La bourse aux dons“ („Die Spendenbörse“) ist ein Beispiel: https://www.bourseauxdons.be/ (Broschüre: http://www.afsca.be/professionnels/publications/thematiques/bourseauxdons/)
   
   


Andere Dokumente, die Ihnen dabei helfen werden, Ihr Projekt in die richtige Bahn zu lenken

 
   
  Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Erfolg bei Ihrem Projekt und sind für Sie da, um es so zu organisieren, dass die Sicherheit für den Verbraucher gewährleistet ist!
Unsere Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass alle Akteure der Kette den Verbrauchern und einander bestmöglich garantieren, dass die Lebensmittel, Tiere, Pflanzen und Erzeugnisse, die sie verzehren, halten oder verwenden, zuverlässig, sicher und geschützt sind, jetzt und auch in Zukunft. .

Druckversion   |   Änderungsdatum 07.04.2022    |   Nach oben
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